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Impfungen

Impfungen für Hunde: Alle Infos & Kosten im Überblick

Von
Christina Weidemann
|
Aktualisiert am
08
.
04
.
2024
|
Lesezeit:
5
Minuten

Impfungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für Deinen Vierbeiner. Nur so kannst Du ihn wirksam vor gefährlichen Krankheiten wie Staupe, Parvovirose und Leptospirose schützen.

In diesem Beitrag erfährst Du, welche Impfungen wirklich sinnvoll sind, wann sie anfallen und wie hoch die Kosten dafür sind. Außerdem informieren wir Dich über mögliche Nebenwirkungen.

Tipp: Viele Krankenversicherungen beinhalten auch einen umfangreichen Impfschutz. Nutze hier unseren unabhängigen Vergleichsrechner und finde den besten Tarif für Deinen Hund.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gesetzliche Lage: In Deutschland besteht keine Impflicht für Hunde. Jedoch empfehlen Experten dringend, bestimmte Basisimpfungen durchführen zu lassen.
  • Grundimmunisierung: Die Basisimpfung beginnt ab Welpenalter und wird durch regelmäßige Auffrischungsimpfungen aufrechterhalten. Hierfür wird ein individueller Impfplan von Deinem Tierarzt erstellt.
  • Zusatz-Impfungen: Abhängig von Deinem Wohnort sind weitere Impfungen sinnvoll wie bspw. gegen Tollwut. Darüber hinaus gelten in beliebten Urlaubsländern oft spezifische Impfanforderungen.
  • Kosten: Die Impfausgaben sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Sie bewegen sich in der Regel zwischen 30 und 70 € pro Impfung. Mit der richtigen Hundekrankenversicherung musst Du jedoch nichts zahlen. Zum Vergleichsrechner →

Sind Impfungen für Hunde wirklich wichtig?

Eine Impfung trainiert das Immunsystem Deines Hundes. Diese vorbereitende Maßnahme ist entscheidend: Wenn Dein Hund tatsächlich mit dem lebenden Erreger in Kontakt kommt, kann sein Körper schnell und gezielt reagieren.

Durch eine Impfung verläuft die Krankheit entweder deutlich milder oder bricht gar nicht erst aus.

Kurz und knapp: So wirkt eine Impfung im Körper

Eine Impfung ist eine Art Training für das Immunsystem. Dabei wird Deinem Hund eine abgeschwächte oder tote Version eines Erregers verabreicht.

Auf diese Weise wird die Produktion von Abwehrzellen und Antikörpern stimuliert, ohne dass der Hund ernsthaft erkrankt. Sollte Dein Hund später dem echten Erreger ausgesetzt sein, ist sein Immunsystem schon vorbereitet und kann die Bedrohung schnell neutralisieren.

Welche Impfungen sind für den Hund Pflicht?

Bestimmte Impfungen für Hunde sind in Deutschland zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, werden aber dringend empfohlen. Denn nur so kann ein grundlegender Schutz vor schwerwiegenden und lebensbedrohlichen Krankheiten gewährleistet werden.

Laut der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) gehören folgende Impfungen zu den empfohlenen Grundimmunisierungen (sog. Core-Impfungen):

Staupe

Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die zu schweren Erkrankungen der Atemwege, des Verdauungstraktes und des Nervensystems führen kann. Aufgrund der Schwere und der Ansteckungsgefahr ist die Staupeimpfung eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Parvovirose

Die Parvovirose ist eine weitere gefährliche Virusinfektion, die vor allem bei Welpen zu schweren, oft lebensbedrohlichen Darminfektionen führen kann. Die hohe Ansteckungsgefahr und die Schwere der Erkrankung machen eine Impfung häufig unerlässlich.

Leptospirose

Diese Impfung schützt Hunde vor einer bakteriellen Infektion mit Leptospiren. Diese Bakterien können schwere Erkrankungen wie Fieber, Gelbsucht, Husten und in schweren Fällen Nieren- oder Leberversagen auslösen.

Zudem kann Leptospirose vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Auch wenn es in Deutschland keine Impfpflicht für Hunde gibt, ist es für die Gesundheit des Hundes und die öffentliche Sicherheit sehr wichtig, diese Impfungen ernst zu nehmen und regelmäßig durchführen zu lassen.

Welche Hunde können nicht geimpft werden?

  • Neugeborene Welpen
  • Ältere Hunde, da sie oft zu schwach sind
  • Hunde mit gewissen chronischen Krankheiten oder entsprechenden Unverträglichkeiten

Welche weiteren Impfungen sind für meinen Hund sinnvoll?

Zusätzlich zu den Basisimpfungen gibt es eine Reihe von Nicht-Basisimpfungen, die je nach den individuellen Umständen auch für Deinen Hund empfohlen werden. Die Notwendigkeit hängt vom Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand und den regionalen Risikofaktoren Deines Hundes ab.

Tollwut

Obwohl Deutschland seit 2008 als tollwutfrei gilt, ist die Tollwutimpfung vor allem für Reisehunde nach wie vor wichtig. Wenn Du also mit Deinem Hund im Ausland Urlaub machen möchtest, ist eine Tollwutimpfung in der Regel erforderlich. Sie ist auch Voraussetzung für die Ausstellung eines EU-Heimtierausweises.

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Diese Impfung schützt den Hund vor einer ansteckenden Leberentzündung, die durch das canine Adenovirus verursacht wird. Die Krankheit kann schwerwiegend verlaufen und sollte auf keinen Fall unterschätzt werden.

Bordetella-Infektionen

Die Impfung gegen Bordetella bronchiseptica hilft, den sogenannten Zwingerhusten zu verhindern. Dies ist besonders wichtig für Hunde, die viel Zeit mit anderen Hunden verbringen, z.B. in Hundeparks, Tierpensionen oder bei Hundeausstellungen.

Herpes

Die Impfung gegen den caninen Herpesvirus ist besonders wichtig für trächtige Hündinnen und ihre Welpen. Eine Infektion mit diesem Virus kann zu Fehlgeburten führen und bei Neugeborenen, vor allem in den ersten Lebenstagen, tödlich enden. Außerdem ist das Herpesvirus ein häufiger Auslöser von Zwingerhusten.

Leishmaniose

Diese durch Sandmücken übertragene Krankheit ist vor allem in südlichen Ländern verbreitet. Ein einmal erkrankter Hund bleibt lebenslang mit Leishmaniose infiziert. Es können dann nur noch die Symptome der Krankheit bekämpft werden.

Babesiose

Hundemalaria betrifft besonders reisende Hunde. Zwar kann eine Impfung gegen Babesiose die Infektion selbst nicht verhindern. Sie kann jedoch dazu beitragen, die schweren, malariaähnlichen Symptome zu lindern. Diese führen unbehandelt im schlimmsten Fall zum Tod.

Lyme-Borreliose

Diese durch Zecken übertragene Krankheit kann bei Hunden zu schweren Organschäden und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Da Borreliose das Nervensystem befällt, verläuft die Krankheit für Hunde in seltenen Fällen sogar tödlich.

Eine Impfung ist daher in Gebieten mit hohem Zeckenaufkommen sinnvoll. Sie ersetzt jedoch keinesfalls das sorgfältige Absuchen und Entfernen von Zecken.

Lesetipp: Die besten Zeckenzangen im Test →

Wann lohnt sich eine 5-fach Impfung für Hunde?

Bei der 5-fach Impfung (SHPPi+LT) wird Dein Hund mit einer kombinierten Impfdosis gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten geschützt. Dazu zählen:

  • Hepatitis contagiosa canis
  • Parvovirose
  • Parainfluenza (Zwingerhusten)
  • Leptospirose
  • Tollwutimpfung

Der Vorteil eines solchen Kombi-Präparats liegt auf der Hand: Du musst nur einmal zum Tierarzt und Dein Hund wird nur einziges Mal gestochen. Nachteil ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit möglicher Nebenwirkungen. Schließlich wirken hier mehrere Impfstoffe auf einmal.

Die 5-fach Impfung bietet sich vor allem für Hunde an, die oft verreisen oder viel Kontakt zu anderen Hunden haben (z.B. durch Zuchtausstellungen, Hundesport, Tierpension).

Wir empfehlen, sich vom Tierarzt einen individuellen Impfplan erstellen zu lassen.

Dieser ist auf die spezifischen Bedürfnisse des Tieres wie Alter, Gesundheitszustand und geplante Aktivitäten abgestimmt. Außerdem sollte man sich vor der Reise über die Einreisebestimmungen und spezifischen Gesundheitsvorschriften des Zielgebietes informieren.

Welche Impfungen brauchen Welpen?

Die Grundimmunisierung mit den ersten Impfungen beginnt bereits im Welpenalter ab ca. 2 Monaten. Besonders gefährdete Welpen werden sogar noch früher geimpft. Dies ist jedoch die absolute Ausnahme.

Da sich das Immunsystem von Welpen noch im Aufbau befindet, sind junge Hunde besonders anfällig für schwere Krankheitserreger. Tierärzte orientieren sich auch bei Welpenimpfungen an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).

Impfschema: Wie oft und wann muss mein Hund geimpft werden?

Core-Vakzine Non-Core-Vakzine
Frühimmunisierung
Ab 3 Lebenswochen Bordetella bronchiseptica, Parainfluenza
Ab 4 Lebenswochen Parvovirose, Staupe
Grundimmunisierung
Ab 8 Lebenswochen Parvovirose, Staupe, Leptospirose Hepatitis contagiosa canis (HCC), Bordetella bronchiseptica, Parainfluenza
Ab 12 Lebenswochen Parvovirose, Staupe, Leptospirose Tollwut, HCC
Ab 16 Lebenswochen Parvovirose, Staupe
15 Lebensmonaten Parvovirose, Staupe, Leptospirose Bordetella bronchiseptica, Parainfluenza
Wiederholungsimpfungen
Jährlich Leptospirose Bordetella bronchiseptica, Parainfluenza
Alle drei Jahre Parvovirose, Staupe Tollwut (nach Herstellerangabe), HCC

Nach Vollendung der 16. Lebenswoche verlieren Welpen in der Regel den Schutz durch die Antikörper der Mutter. Daher ist normalerweise eine einmalige Impfung mit einem aktiven Impfstoff oder zwei Impfungen mit einem inaktiven Impfstoff im Abstand von drei bis vier Wochen erforderlich.

Hinweis: Unabhängig von der Art des verwendeten Impfstoffes ist eine Auffrischungsimpfung zwölf Monate nach der Erstimpfung nötig, um die Grundimmunisierung wirksam abzuschließen.

Was sind die möglichen Risiken und Nebenwirkungen von Impfungen?

Wie bei allen medizinischen Eingriffen gibt es auch bei der Impfung von Hunden potenzielle Nebenwirkungen, die jedoch größtenteils selten und meistens schwach sind. Die positiven Aspekte einer Impfung überwiegen deutlich. Denn Impfungen schützen Hunde wirksam vor den schwerwiegenden Folgen gefährlicher Krankheiten.

Mögliche Reaktionen auf eine Impfung können sein:

Die genannten Symptome können nach einigen Stunden für etwa ein bis drei Tage auftreten, klingen aber in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab.

Achtung: Sollten bei Deinem Vierbeiner schwerwiegende Reaktionen auftreten oder diese länger anhalten, ist es ratsam, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Beachte auch, dass der Impfschutz nicht sofort einsetzt und mit der Zeit nachlassen kann. Deshalb sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig.

Wie lange kann man die nächste Hunde-Impfung überschreiten?

Wie lange man die nächste Hundeimpfung im Notfall überschreiten darf, hängt von der jeweiligen Impfung und dem Impfplan ab, den der Tierarzt für den Hund erstellt hat. Im Allgemeinen ist es jedoch wichtig, die empfohlenen Impfintervalle so genau wie möglich einzuhalten, um einen kontinuierlichen Schutz zu gewährleisten.

Wird eine Auffrischungsimpfung geringfügig - z.B. um einige Wochen - überzogen, besteht in der Regel noch ein Schutz. Dennoch sollte dies vermieden werden.

Ist die Impfung mehrere Monate oder länger überfällig, ist der Schutz des Hundes ernsthaft gefährdet. In solchen Fällen kann eine erneute Grundimmunisierung erforderlich sein.

Was ist, wenn mein Hund noch nie geimpft wurde?

In diesem Fall ist es wichtig, dies so bald wie möglich mit einem Tierarzt zu besprechen. Grundsätzlich ist es nie zu spät, seinen Hund impfen zu lassen. Es sei denn, er leidet bereits an einer der Krankheiten, gegen die geimpft werden soll.

Der Tierarzt wird zunächst einen Gesundheitscheck durchführen. Danach wird ein individueller Impfplan erstellt, der auf dem Alter, dem Gesundheitszustand, Euren Aktivitäten und den in Eurer Region vorherrschenden Krankheiten basiert.

Beachte, dass es nach der Impfung einige Zeit dauern kann, bis der volle Schutz wirksam ist. In der Zwischenzeit solltest Du Risiken wie den Kontakt mit vielen Tieren oder den Aufenthalt in hochriskanten Umgebungen minimieren.

Was kostet eine Impfung für den Hund?

Nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) setzen sich die Kosten wie folgt zusammen:

Kosten (1-facher GOT-Satz) Kosten (2-facher GOT-Satz) Kosten (3-facher GOT-Satz)
Allgemeiner Gesundheitsscheck 23,62 € 47,24 € 70,86 €
Verabreichen einer Injektion 11,50 € 23,00 € 34,50 €
Ausstellen einer Impfbescheinigung 6,16 € 12,32 € 18,48 €

Hinweis: Hundehalter zahlen nicht nur für die Verabreichung, sondern auch für das Arzneimittel selbst. Der Preis variiert je nach Hersteller. Weiterhin beeinflussen Faktoren wie die Größe des Hundes, die benötigte Impfstoffmenge und besondere gesundheitliche Anforderungen die Gesamtkosten.

Empfehlung: Die Impfkosten werden in den meisten Fällen von einer guten Hundekrankenversicherung übernommen. Das gilt jedoch nicht bei einer OP-Versicherung.

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Extra: Wurmkur und Impfungen

Um die volle Wirksamkeit einer Impfung zu gewährleisten, sollte Dein Hund zum Zeitpunkt der Impfung in guter gesundheitlicher Verfassung und frei von Würmern sein. Idealerweise wird die Auffrischungsimpfung etwa zwei bis drei Wochen nach der letzten Entwurmung durchgeführt.

Fazit

Impfungen stellen eine grundlegende Säule im Gesundheitsmanagement unserer Hunde dar. Sie bieten einen wesentlichen Schutz vor zahlreichen, teils lebensbedrohlichen Erkrankungen und sind somit unerlässlich für ein langes und gesundes Hundeleben.

Obwohl in Deutschland keine gesetzliche Impfpflicht besteht, raten wir dringend dazu, alle empfohlenen Impfungen für Deine Region ernst zu nehmen. Denn einige Krankheiten können zum Tod führen und sind auch gefährlich für Menschen.

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