Gesundheit
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Symptome & Warnsignale

Hund erbricht Blut: Ursache, Gefahr & Sofort-Hilfe

Von
Christina Weidemann
|
Aktualisiert am
30
.
05
.
2024
|
Lesezeit:
4
Minuten

Erbrechen wünscht man niemandem. Dennoch kommt es bei Hunden häufiger vor, dass der Magen das Gefressene wieder herausschiebt. Sobald Du jedoch Blut im Erbrochenen entdeckst, sollten Deine Alarmglocken läuten.

In diesem Beitrag erfährst Du, was die Auslöser für blutiges Übergeben sind und was Du in diesem Fall tun solltest.

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ursachen: Von scharfen Gegenständen, über einen Darmverschluss bis hin zu schwerwiegenden, chronischen Krankheiten kann es viele gefährliche Auslöser für das Blut geben.
  • Symptome: Bei Blut im Erbrochenen sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden. In Verbindung mit Fieber, Durchfall und Koordinationsstörungen sogar so schnell wie möglich.
  • Erste-Hilfe: Mach ein Foto von dem Erbrochenen oder präge Dir zumindest Farbe und Konsistenz genau ein. Verzichte auf Hausmittel und die Gabe von Medikamenten ohne Absprache mit Deinem Tierarzt.
  • Welpen: SOFORT zum Tierarzt! Weiterlesen →

Wann spricht man bei Hunden von blutigem Erbrechen?

Je nach Ursache der Blutung ist das Erbrochene hellrot (frisches Blut) oder sieht eher aus wie Kaffeesatz (teilweise verdautes Blut). Ist es vielleicht sogar dunkel und stückig, kann das ein Hinweis auf eine Darmblutung sein.

Das Blut kann aus dem Magen, der Speiseröhre oder dem oberen Darmtrakt (dem Teil des Verdauungstrakts, der mit dem Magen verbunden ist) stammen. Gelegentlich kann auch eine starke Blutung im Maul- oder Atemtrakt dazu führen, dass ein Hund Blut schluckt und sich anschließend wieder erbricht.

Wir halten fest: Blutungen können durch alles verursacht werden, was zu einer Verletzung, Reizung oder Entzündung der oben genannten Organe führt.

Warum erbricht mein Hund Blut?

Es gibt eine Menge Gründe, warum Dein Hund Blut spuckt. Umso wichtiger ist es, dass Du Dir Farbe und Konsistenz des Erbrochenen genau einprägst oder abfotografierst.

Die häufigsten Auslöser sind:

Schauen wir uns einige der Ursachen noch einmal etwas genauer an.

Parasiten

Es gibt eine ganze Reihe von Parasiten, die für das Blut verantwortlich sein können. Allen voran jedoch Hakenwürmer. Diese heften sich an die Darmwand und ernähren sich vom Blut des Wirts, was zu inneren Blutungen führt.

Infektionen

Neben Giardien gibt es weitere parasitäre Infektionen, die zu Blutungen führen können. Bei jungen Hunden oder Hunden mit geschwächtem Immunsystem treten häufig bakterielle Infektionen durch Lebensmittelvergiftungen wie Salmonellen und E. coli auf. Sie werden von anderen Symptomen wie blutigem Durchfall, Appetitlosigkeit, Fieber und/oder Müdigkeit begleitet.

Parvovirus

Das canine Parvovirus, auch Parvo genannt, ist hoch ansteckend und tödlich. Es befällt den Magen-Darm-Trakt des Hundes und breitet sich sehr schnell aus.
Anhaltendes Erbrechen und Durchfall führen zu schwerer Dehydrierung und schließlich zum hypovolämischen Schock.

Anhaltendes Erbrechen

Wenn wiederholtes Würgen oder Erbrechen nicht oder nicht richtig behandelt wurde, werden die oberen Darmabschnitte und/oder die Speiseröhre belastet und können sich entzünden. Dies kann schließlich zum Platzen von Blutgefäßen und zu inneren Blutungen führen.

Hämorrhagische Gastroenteritis

Diese ernste Erkrankung beinhaltet plötzliches, schweres blutiges Erbrechen und/oder Durchfall. Die genaue Ursache ist noch immer nicht ganz geklärt und betrifft typischerweise junge bis mittelalte kleine Hunde.

Die Krankheit tritt in der Regel sehr plötzlich auf und schreitet bei scheinbar gesunden Hunden rasch voran. Sie kann zu Dehydratation und anderen Organschäden führen.

Entzündung

Hier gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten:

Magengeschwüre: Entzündliche Erkrankungen wie Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) oder Duodenitis (Entzündung des Zwölffingerdarms) können zu Geschwüren und anschließendem blutigen Erbrechen führen.

Ösophagitis: Eine Entzündung der Speiseröhre kann durch Faktoren wie Sodbrennen, das Verschlucken von Fremdkörpern oder bestimmte Medikamente verursacht werden. Schwere Fälle von Ösophagitis lösen Blutungen mit anschließendem Erbrechen aus.

Pankreatitis: Probleme mit der Bauchspeicheldrüse führen zu Bauchschmerzen, Erbrechen und anderen Verdauungsstörungen. Je nachdem auch zu Blutungen im Erbrochenen.

Probleme mit der Blutgerinnung

Wenn das Blut nicht mehr richtig gerinnt, kann das an einer Leberinsuffizienz oder an einer verminderten Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie) liegen - ausgelöst durch Gifte oder Medikamente. Hierzu zählen vor allem Rattengift, Pestizide oder Blutverdünner.

Tumore/ Krebs

Immer häufiger werden bei Hunden Krankheiten diagnostiziert, die wir eher beim Menschen erwartet hätten, wie Krebs oder Diabetes. Krebs kann Hunde jeden Alters treffen.

Blutiges Erbrechen ist zum Beispiel ein frühes Symptom von Magenkrebs. Andere mögliche Krebsarten sind Speiseröhren-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Traumatische Verletzungen

Dazu gehören: Autounfall, schwere Verbrennungen, Hitzschlag, größere Operationen, Aufnahme von Schwermetallgiften (z.B. Eisen oder Blei), Schlangenbiss, Skorpionstich usw.

Damit Dein Hund stets die beste Behandlung erhält

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Hellrot bis Dunkelrot: Was bedeuten die Blutfarben im Erbrochenen?

Blutiges Erbrechen kann je nach Ursache unterschiedlich aussehen. Die Farbe und das Aussehen des blutigen Erbrochenen hängen davon ab, wie lange der Hund schon blutet und in welchem Teil des Verdauungstraktes die Blutung auftritt.

Hellrot

Vergleichsweise kleine Mengen von frischem, leuchtend rotem Blut, das in Form von Flecken, Streifen oder Klumpen sichtbar ist, werden normalerweise durch körperliche Verletzungen und Blutungen im Maul, Rachen, Magen oder oberen Darm verursacht.

Roter Schleim

Erbrochenes, das reich an Schleim und Blut ist, deutet normalerweise auf eine Entzündung, ein Geschwür oder eine Blutung im Magen oder oberen Darm des Hundes hin. Auch Galle kann dabei sein, wenn die Ursache der Reizung im oberen Darm liegt.

Dunkelrot bis Braun/ Schwarz

Wenn das Blut älter ist oder vor dem Erbrechen teilweise im Magen verdaut wurde, kann das Erbrochene wie dunkler Kaffeesatz aussehen.

Dunkelrotes Blut im Erbrochenen eines Hundes bedeutet, dass sich das Blut bereits längere Zeit im Körper befand. Es deutet auf ein Geschwür oder eine andere innere Blutungsquelle im Magen, im unteren Darm oder anderswo im tieferen Gastrointestinaltrakt hin.

Aussehen Bedeutung
Hellrot Blutet erst seit Kurzem
Roter Schleim Oft Entzündung im Magen-Darm-Trakt
Dunkelrot bis Braun/ Schwarz Blut bereits verdaut – seit längerem am Bluten

Lesetipp: Alle weiteren Farben von Hunde-Erbrochenen mit Erklärung findest Du in unserem großen Ratgeber →

Sofort-Hilfe: Das kannst Du tun, wenn Dein Hund Blut spuckt

Dein Hund erbricht Blut? Dann befolge nun die folgenden vier Dinge in dieser Reihenfolge:

  1. Ruhig bleiben: Dein Hund spürt Deine Panik, was seinen Gesundheitszustand drastisch verschlechtern kann.
  1. Bestandsaufnahme: Schau Dir Farbe und Konsistenz des Erbrochenen genau an. Mache am besten ein Foto.
  1. Telefon: Rufe einen Tierarzt an und beschreibe das Erbrochene und den Zustand Deines Hundes.
  1. Beobachtung: Lass Deinen Hund nicht aus den Augen, während Du auf Anweisungen des Tierarztes wartest. Informiere den Tierarzt sofort über Verhaltensänderungen wie Trägheit, Schwächeanfälle oder sich weiter verschlimmernde Blutungen.

Wann muss ein Hund wegen Erbrechen zum Tierarzt?

Blut im Erbrochenen ist in den allermeisten Fällen ein Notfall!

Auch wenn Du nur ein wenig Blut im Erbrochenen entdeckst, kann dahinter eine ernstzunehmende Erkrankung oder ein spitzer Gegenstand stecken. Wunden können aufreißen und zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen.

Hinweis: Anstatt Deinen Hund ins Auto zu setzen und sofort panisch loszufahren, solltest Du zunächst Deinen Tierarzt oder eine Notfallklinik anrufen. Nachdem Du die Situation geschildert hast, kann man Dir genau sagen, wie Du jetzt am besten vorgehst und was Du eventuell mitnehmen musst.

Nachfolgend findest Du weitere, besonders alarmierende Symptome im Zusammenhang mit blutigem Erbrechen:

Hinweis: Wenn Du einen Welpen hast, ist besondere Vorsicht geboten. Das Immunsystem ist noch im Aufbau, was Welpen besonders angreifbar macht. Außerdem dehydrieren sie schneller als ausgewachsene Hunde.

So findest Du einen 24 h Notdienst Tierarzt

  • Online-Suche: Gib das Stichwort „24h Notdienst Tierarzt“ in die Suchmaschine ein.
  • Lokale Tierärzte: Viele Tierärzte haben nach den Öffnungszeiten die wichtigsten Infos zum Notfall-Tierärzten als Anrufbeantworter oder einen aktualisieren Plan auf der Website.
  • Tierklinken: Größere Tierklinken sind sehr häufig durchgehend geöffnet. Wenn keiner ans Telefon geht, einfach hinfahren.

Wie behandelt der Tierarzt meinen Hund, nachdem er Blut erbrochen hat?

Die Behandlung besteht normalerweise aus zwei Phasen: Maßnahmen zur Linderung von Begleiterscheinungen und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.

Linderung von Begleiterscheinungen

Je nach Fall werden häufig die folgenden Mittel eingesetzt:

Achtung: Bitte gib Deinem Hund niemals Medikamente, ohne vorher mit Deinem Tierarzt gesprochen zu haben.

Behandlung der zugrunde liegenden Ursache

Um die Ursache des blutigen Erbrechens zu identifizieren, stehen einem Tierarzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zu den diagnostischen Tests gehören:

Dein Tierarzt wird Deinen Hund unter anderem auf Schmerzen im Bauchbereich untersuchen. Sobald die Diagnose gestellt wurde, folgt umgehend die Behandlung.

Darmwürmer werden medikamentös behandelt, während ein Darmverschluss höchstwahrscheinlich eine OP erfordert. Je nach Schweregrad kannst Du Deinen Hund anschließend wieder mitnehmen oder musst ihn zur Beobachtung in der Klinik lassen.

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Vorbeugen: Kann man das Erbrechen von Blut verhindert werden?

Die schlechte Nachricht: Leider entwickeln Hunde mit zunehmendem Alter manchmal chronische Ursachen für blutiges Erbrechen. Es gibt auch Hunderassen, die dafür genetisch prädestiniert sind.

Die gute Nachricht: Die meisten Auslöser sind jedoch aktiv vermeidbar:

Fazit

Blutiges Erbrechen ist sowohl bei Menschen als auch bei Hunden beängstigend. In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt. Denn oft stecken ernsthafte Verletzungen oder schwere Krankheiten dahinter.

Glücklicherweise können die meisten Auslöser tierärztlich behandelt werden, sodass es Deinem Hund nach kurzer Zeit wieder besser geht. Wir raten dringend von Hausmitteln bei blutigem Durchfall oder Erbrechen ab.

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